Südafrika 2017/18 – Mapungubwe Nationalpark

Sonntag, 24. Dezember 2017 – Heiligabend im Busch

Krüger – Mapungubwe Nationalpark, Leokwe Restcamp

Der letzte Morgen im Krüger! Als wir um 4 Uhr aufwachen prasselt der Regen aufs Zeltdach und wir entscheiden uns ‘auszuschlafen’. Dank des Regens hat die Temperatur merklich abgekühlt. Was für eine Wohltat! Gemütlich packen wir unsere sieben Sachen und verlassen um acht Uhr das Punda Maria Camp. Für uns ein absolut tolles Camp. Hier hat es uns wirklich gut gefallen.

Punda Maria Tent No. 7

Wir entschliessen uns nochmals zum Wasserloch zu fahren, wo wir gestern auf dem Night Drive unseren vierten Leoparden gesehen haben. Wir können unsere Augen noch so anstrengen und jeden Stein und jeden Busch absuchen, er ist natürlich nicht mehr auffindbar. Dafür beglückt uns zum Abschied noch dieser Woodland Kingfisher.

Senegalliest / Woodland Kingfisher

Am Punda Maria Gate bekommen wir unser Exit Permit und werden sehr nett verabschiedet mit der Frage, wann wir dann zurückkommen würden. Die R524 nach dem Gate fährt sich sehr gut, nur ist auf und neben der Strasse sehr viel los. Vermutlich ist dies den Weihnachtstagen zuzuschreiben. Wir geniessen das heitere Treiben und bewundern die vielen schön angezogenen Menschen.

In Thohoyandou entdecken wir eine grosse Mall und entschliessen uns (wie gefühlt tausende andere Menschen), dort noch einen kleinen Einkauf zu erledigen. Trotz grossen Menschenmengen gelingt uns das ganz speditiv. Zu kämpfen haben wir einzig mit den für uns viel zu grossen Lebensmittelverpackungen. So wollen wir weder 40 Stück Eier einkaufen (das war der kleinste Karton) noch 5kg Bananen. Der Superspar hier ist definitiv auf Grossfamilien ausgerichtet! Im Shoprite bekommen wir dann auch noch unsere 6er-Eierschachtel und schon bald sind wir wieder auf Tour in Richtung Mapungubwe Nationalpark.

Wir folgen der R523, dann der N1 und erfreuen uns an den vielen Baobabs am Wegesrand. Gegen halb vier Uhr treffen wir im Mapungubwe Nationalpark ein, wo wir sehr nett begrüsst werden. Die Parkformalitäten sind schnell erledigt und der Park präsentiert sich uns in saftigem Grün. Die ersten zaghaften Sonnenstrahlen für heute versetzen die Landschaft in wunderschönes Licht. Scheinbar hat es hier kürzlich recht stark geregnet.

Grüner Mapungubwe Nationalpark
Mapungubwe Nationalpark

Unsere erste Sichtung ist ein Kori Bustard. Später erspähen wir einige Zebras, Gnus und Impalas. Versteckt im dichten Busch können wir zwei Giraffen erkennen.

Mapungubwe-Giraffen

Besonders der Treetop Walk weiss zu gefallen und wenn man der Affenkacke ausweicht ist es ein wirklich idyllischer Ort. Heute sehen wir dort eher weniger Tiere, dafür immer wieder Menschen, welche den Fluss mit viel Gepäck in Richtung Botswana überqueren. Wir unterhalten uns sehr nett mit dem Head Ranger des Parks, welcher die Grenze mit seiner Drohne überwacht. Solange die Leute Südafrika und somit den Park verlassen und nicht in entgegengesetzte Richtung ziehen könne er nichts tun. Darüber, dass die Leute nach den Weihnachtsfeierlichkeiten vermutlich ‚illegal‘ über die Grenze zurückkehren werden unterhalten wir uns mal nicht…

Scheinbar muss man für Weihnachten zu Hause selbst eine Sitzgelegenheit mitbringen

Wir begegnen den ersten gefiederten Genossen und statten den verschiedenen Aussichtspunkten über den Confluence (Zusammenfluss von Sashe und Limpopo) und das Dreiländereck (Botswana, Zimbabwe, Südafrika) einen Besuch ab.

Blutschnabelweber / Red-billed Quelea
Wellenastrild / Common Waxbill
Zwischendurch rettet Dani mal wieder einen von hunderten Shongololos von der Strasse
Confluence Lookout

Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir im schönen Leokwe Camp an und beziehen unser Chalet Nr. 10. Der Grundriss ist grosszügig, das Häuschen sehr praktisch eingerichtet und die Aussendusche ein Traum! Nach leckeren Rindssteaks vom Grill geniessen wir einen ruhigen aber durchaus wunderschönen Heiligabend im Busch.

Montag, 25. Dezember 2017 – Im Vogelparadies

Mapungubwe Nationalpark, Leokwe Restcamp

Nach einer im Vergleich zum Krüger ‘langen’ Nacht stehen wir um 6 Uhr auf. Entgegen dem Wetterbericht, welcher null Sonnenstunden vorausgesagt hatte, zeigt sich neben einigen Wolken an diesem Weihnachtstag auch die Sonne am Himmel. Und so wird es auch den ganzen Tag lang bleiben.

Leokwe Restcamp
Baobab
Giraffen beim Camp-Ausgang

Bereits bei der Ausfahrt aus dem Camp begegnen wir einer grossen Elefantenherde mit Jungtieren. Als erstes zieht es uns dann aber in Richtung Fluss. Wir sichten viele neugierige Giraffen, Kudus, Klipspringer und Impalas. Daneben glänzt die Vogelwelt.

Goldbugpapagei / Meyer’s Parrot
Kapkuckuck / Levaillant’s Cuckoo
Natalfrankolin / Natal Spurfowl
Helmperlhuhn / Helmeted Guineafowl

Am Fluss herrscht Idylle pur! Wir parkieren am Wasser und geniessen die Ruhe (und ein erstes kleines Frühstück).

Flussidylle am Limpopo

Trotz ausgebuchtem Restcamp begegnen wir kaum einer Menschenseele. Landschaftlich gefällt uns Mapungubwe äusserst gut. Die roten Felsen bieten einen fantastischen Kontrast zur grünen Umgebung. Und die knorrigen Baobabs haben unser Herz sowieso schon lange erobert.

Mapungubwe Landschaft
Mapungubwe Landschaft
Mapungubwe Baobab
Mapungubwe Landschaft
juveniler Bruchwasserläufer / juvenile Wood Sandpiper

Wir fahren noch einen kurzen Abstecher auf einer 4×4 Strecke zu einem hübschen kleinen Teich und begegnen auf der Rückfahrt dieser Giraffenmutter mit (nicht mehr so kleinem) Jungtier.

Giraffe mit Jungtier

Langsam wird es heiss und wir entschliessen uns umzukehren und nochmals die Strecke dem Fluss entlang abzufahren. Auf dem Streckenabschnitt vor dem Treetop Walk zeigen sich mittlerweile reichlich Scharlachspinte mit Jungtieren. Wir sind entzückt von den prächtigen Gefiederfarben.

Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater
Scharlachspinte mit Jungtier im Anflug
Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater
Juveniler Scharlachspint / Juvenile Southern Carmine Bee-eater

Wir geniessen das schöne Wetter, die wunderbare Landschaft mit ihren leuchtend roten Felsen und dem grünen Gras und werden sogar von einem am Wasserrand liegenden Krokodil überrascht. Leider entschwindet dieses sogleich ins Wasser. Wenigstens ein Waran hält beim Überqueren der Pad für ein Foto still. Und die Impala (-babies) sind allgegenwärtig, werden von uns aber leider nur selten fotografiert.

Waran

Es folgen mehrere Zusammentreffen mit einzelnen Elefanten sowie Elefantenherden, welche im dichten Busch teilweise bis kurz vorher unsichtbar bleiben. Die sind jedoch alle sehr friedlich und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Gegen elf Uhr fahren wir in die Unterkunft zurück.

Leokwe Restcamp, Mapungubwe

Wir lassen es uns gut gehen, lesen, schlafen, essen was Kleines zu Mittag und besuchen den wunderbaren Felsenpool im Camp, welcher erstaunlicherweise gerade leer ist.

Leokwe Pool
Leokwe Pool

Am späteren Nachmittag machen wir uns nochmals zu einer Runde in den Park auf.

Senegal-Spornkuckuck / Senegal Coucal
Junge Mohrenralle / immature Black Crake

Es geht dem Fluss entlang und später zu den rege besuchten Viewing Platforms. Hier kommen wir mit vielen gut aufgelegten (und teilweise angesäuselten) südafrikanischen Tagesbesuchern ins Gespräch. Sie verbringen den 25. Dezember hier im Park auf der Picknick Site und grillen grosse Mengen Fleisch. Die Stimmung ist ausgelassen, aber fröhlich. Die Menschen sind gut gelaunt und geniessen ihren Park.

Confluence Lookout Point, links Coetsers Island

Unser Feldstecher ist der Hit und macht in verschiedenen Gruppen die Runde. Die meisten Leute hier haben noch nie durch einen Feldstecher geguckt und sind einfach nur fasziniert. Ebenso ist man fasziniert von uns Ausländern und wir werden auf zig Gruppenfotos verewigt. Mit diesem ‘Klamauk’ hatten wir nicht gerechnet. Aber irgendwie wars amüsant und schön. Einfach mal anders… Wir gönnen uns ein kühles Savanna und geniessen den tollen Sonnenuntergang. Bei immer noch 32°C kehren wir um halb sieben ins Leokwe Camp zurück.

Sonnenuntergang mit Baobab

Es folgen leckere Boerewors mit Grillgemüse sowie ein gemütlicher Abend (mit hunderten plötzlich auftauchenden Flugameisen) auf unserer Veranda. Weihnachten mal anders…

Dienstag, 26. Dezember 2017 – Störche und Blumen

Mapungubwe Nationalpark, Leokwe – Vhembe Wilderness Camp

Warum einfach, wenns auch komplizierter geht! Heute werden wir vom Leokwe Restcamp ins Vhembe Wilderness Camp wechseln, einzig aus dem Grund, dass wir (beziehungsweise vor allem Dani) in Mapungubwe gerne noch eine andere Unterkunft sehen wollen. Bei leichter Bewölkung war für uns wiedermal um 5.30 Uhr aufstehen angesagt. Es ist ruhig, sehr ruhig. Wie so oft sorgen die Vögel bei uns wenigstens für gute Laune.

Scharlachweber / Red-headed Weaver
Senegalliest / Woodland Kingfisher

Nichtsdestotrotz geniessen wir einige schöne Sichtungen, frühstücken wiederum gemütlich am Flussufer und spazieren nochmals über den Treetop Walk.

Nilkrokodil
Schlangenhalsvogel / African Darter
Bennettspecht / Bennett’s Woodpecker
Jakobinerkuckuck / Jacobin Cuckoo

Gegen zehn Uhr packen wir im Camp unsere Sachen zusammen und bringen den Schlüssel zur Reception am Main Gate. Dank dem Regen vor einigen Tagen ist die Landschaft mittlerweile von unzähligen gelben Blumen überzogen. Fantastisch!

Landschaft mit Blumenpracht
Klipspringer
Mapungubwe Landschaft

Das Check-in fürs Vhembe Camp können wir auch gleich unkompliziert erledigen. Danach erkundigen wir uns ein wenig über den westlichen Teil des Parks und entscheiden uns, diesem einen Besuch abzustatten. Via Hauptstrasse geht es in den Westteil des Parks, wo unter anderem das Limpopo Tented Camp, sowie eine Campsite und der Maloutswa Birdhide liegen.

Wir versuchen unser Glück auf der ‘River Road’, kehren schlammgebadet aber nach mehreren Wasserdurchfahrten um. Irgendwie macht es keinen Spass die ganze Zeit dem Zaun entlang zu fahren, ohne Sicht auf den eigentlichen Fluss und ohne zu wissen, wie schlimm die Strasse noch wird. Ohne 4×4 fühlen wir uns mit unserem Fortuner etwas wenig schlammtauglich. Später am Abend erfahren wir, dass man mit einem weit kleineren Auto und weniger Bodenfreiheit durchwegs auf der River Road durchkommt, wenn man nur will…

Warzenschweine und Blumen

So fahren wir zum Maloutswa Birdhide, welcher wunderschön an einer grossen mit Wasser gefüllten Pfanne liegt. Auch hier sind die Auswirkungen der starken Regenfälle von letzter Woche deutlich sichtbar.

Maloutswa Birdhide
Maloutswa Birdhide

Auch hier ist wenig los. Die Mapungubwe-Elefanten halten sich irgendwie mehrheitlich von uns versteckt (oder sind nach Botswana abgewandert). Immerhin ist es wahnsinnig friedlich hier. Bee-eater jagen emsig den Insekten hinterher und einige Höckerenten stehen in den saftigen Wiesen. Auf dem Rückweg vom Hide zum Auto begegne ich einer wunderschönen Spotted Bush Snake, welche sich jedoch leider bereits verzogen hat, als Dani mit der Kamera auftaucht. Kurze Zeit später treffen wir auf eine grosse Menge Weissstörche (wir haben über 70 Stück gezählt) sowie einige Marabus. Begeistert fotografieren wir die grossen Federviecher im gelben Blumenmeer.

Weissstörche / White Storks
Marabu / Marabou Stork
Weissstorch
Auch dieses Warzenschwein posiert schön für die Kamera
Marabus

Im Laufe des Nachmittags geht es für uns zurück zum Main Gate. Die nette Dame am ‚Western Gate‘ meint entgegen der Auskünfte welche wir am Morgen erhalten haben, dass man mit unserem Auto auch problemlos über die weggeschwemmte (direkte) Strasse zurück zum Main Gate fahren könne. So entschliessen wir uns, die Durchfahrt zu wagen. Das geht zuerst auch ganz gut. Einige schlammige Umfahrungen sind nötig. Aber irgendwann stehen wir vor einer üblen Stelle, wo wir uns unsicher sind, wie es weiter gehen soll. Dani ist dafür, es zu versuchen. Ich bin der Angsthase und habe bedenken, dass wir das Auto beschädigen könnten. Lange überlegen wir hin und her, keiner von uns hat Lust, barfuss durch den Schlamm zu waten. So entscheiden wir uns zur Umkehr und für den Umweg über die Hauptstrasse (auch hier werden wir am Abend eines Besseren belehrt). Um drei Uhr sind wir zurück am Main Gate und fahren dann gemütlich und ohne spektakuläre Sichtungen ins Vhembe Wilderness Camp. Entgegen den Angaben von SanParks ist für diese Strecke definitiv kein high-clearance oder 4×4-Fahrzeug nötig.

Aussicht aus unserer Hütte im Vhembe Camp

Wir beziehen die Hütte Nr. 4 und geniessen ein kühles Savannah und den fantastischen Blick von unserer Terrasse. Das Vehmbe Wilderness Camp besteht aus vier Hütten sowie der Hütte des Camp Attendands und gruppiert sich um eine gemeinsame Küche und Braai-Area. Jede Hütte hat zusätzlich ihren eigenen Grill. Kühlschrank, Geschirr und Herd werden jedoch gemeinsam genutzt. Heute machen wir uns erst gegen sieben Uhr auf zur Küche, in der Hoffnung, dass bereits jemand anderes ein schönes Feuer gemacht hat. Dem ist leider nicht so.

So machen wir uns selber ans Werk und kommen sogleich mit einem netten Alleinreisenden ins Gespräch, welcher sich kurze Zeit später als Matthew Schurch, Gründer vom Kgalagadi Leopard Project, herausstellt. Als begeisterte KTP-Reisende hatten wir 2016 E-Mail-Kontakt mit Matthew aufgrund unserer Leoparden- und Gepardensichtungen und heute trifft man sich gefühlt am Ende der Welt! Was für ein Zufall! Schnell merken wir, dass wir aufgrund unserer Leidenschaft für die Tiere und das südliche Afrika auf einer Wellenlänge sind und verbringen einen langen, sehr unterhaltsamen und interessanten Abend beim einen oder anderen Glas Wein und Gin. Nach dem Austausch vieler Erfahrungen und Geschichten aus dem afrikanischen Busch fallen wir spät abends um elf Uhr in unsere Betten. Den Leoparden der nachts durchs Camp streift und von Matthew gehört, aber nicht gesehen wird, verpassen wir leider…

Mittwoch, 27. Dezember 2017 – Der letzte Morgen in Mapungubwe

Mapungubwe Nationalpark – Marakele Nationalpark

Nach einer erfrischenden frühmorgendlichen Dusche verlassen wir das Vhembe Wilderness Camp und mit ihm auch den Mapungubwe Nationalpark. Aber nicht ohne zuvor nochmals eine Runde auf dem uns mittlerweile vertrauten ‘River Drive’ zu drehen. Der Himmel ist bedeckt und es herrschen kühle 21°C. Die Tiersichtungen halten sich in Grenzen, was dazu führt, dass die hübschen Impala-(Babys) endlich die ihnen eigentlich zustehende Aufmerksamkeit erfahren.

Impalas
Impala-Kinderkrippe
Impala-Kinderkrippe

Wir tauschen uns nochmals mit Matthew aus, verabschieden uns von ihm und vereinbaren in Kontakt zu bleiben. Unser geheimer Wunsch, in Mapungubwe eine Pel’s Fishing Owl aufzuspüren geht dieses Mal leider nicht in Erfüllung. Dafür treffen wir kurz vor dem Ausgang auf diese drei hübschen Klipspringer.

Klipspringer-Familie

Bereits kurz nach sieben Uhr kommen wir zum Gate, bringen den Schlüssel zurück, frühstücken kurz und machen uns punkt acht Uhr auf die lange Fahrt in Richtung unserem nächsten Ziel, dem Marakele Nationalpark. Von diesem erzählen wir euch in unserem nächsten Blogbeitrag…

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